Vortrag: Den Gartenbau in allen seinen Theilen zu befördern und zu vervollkommnen. Bürgerliche Gartenvereinigungen in Braunschweig im 19. Jahrhundert
Im Mai 1829 trafen sich in Braunschweig fünf „Freunde des Guten“ zur Gründung des Vereins zur Förderung des Gartenbaus. Vorbild war die einige Jahre vorher entstandene Preußische Deutsche Gartenbau-Gesellschaft. Treibende Kraft hinter der Gründung war der Bankier Carl Dietrich Löbbecke, auf der Mitgliederliste standen vor allem Gartenliebhaber – Kaufleute, ein Seifensiedemeister, Magistratsdirektor Wilhelm Bode, Particuliers, Lehrer, Hoteliers, ein Hauptmann, ein Pastor, ein Papierhändler, ein Schulrat, der Polizeidirektor, ein Weinhändler, der Architekt Friedrich Krahe, der Oberpostsekretär, der Hofapotheker, ein Arzt, ein Buchhändler, der Kammerschreiber, ein Maler, ein Pferdehändler, ein Tierarzt. Männer mit gärtnerischen Berufen wie der Hofgärtner von Richmond und Lehrer der Botanik am Collegium Carolinum Franz Lachmann, ein Samenhändler und ein Forstsekretär waren die Ausnahme. Ziel war die Förderung der wissenschaftlichen Botanik und die Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert bildeten sich in vielen Städten exklusive bürgerliche Gartengesellschaften und Vereine. Sie verkörperten zentrale Aspekte der bürgerlichen Reformbewegung, insbesondere den Bildungs- und Erziehungsanspruch und propagierten Natur als Medium für Gesundheitsreform, Fleiß und Disziplin. Das Bürgertum suchte im Zuge gesellschaftlicher Umbrüche nach Räumen, in denen es seinen Lebensstil, seine Moral- und Bildungsansprüche, seine soziale Führungsrolle und Formen bürgerlicher Öffentlichkeit in der Natur symbolisch und praktisch ausprägen konnte.
Damit es jedoch nicht nur bei einer theoretischen Beschäftigung mit der Gärtnerei blieb, kaufte man in Braunschweig einen Garten (und spaltete sich dabei in zwei Vereine), gründete eine Gärtnerlehranstalt, betrieb eine Baumschule, organisierte Gartenbauausstellungen. Anders als in Wolfenbüttel, wo der Erwerbsgartenbau dominierte, waren es in Braunschweig Liebhaber und Laien, die sich in den Vereinen und Gesellschaften trafen, um „den Gartenbau in allen seinen Theilen zu befördern und zu vervollkommnen“.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert bildeten sich in vielen Städten exklusive bürgerliche Gartengesellschaften und Vereine. Sie verkörperten zentrale Aspekte der bürgerlichen Reformbewegung, insbesondere den Bildungs- und Erziehungsanspruch und propagierten Natur als Medium für Gesundheitsreform, Fleiß und Disziplin. Das Bürgertum suchte im Zuge gesellschaftlicher Umbrüche nach Räumen, in denen es seinen Lebensstil, seine Moral- und Bildungsansprüche, seine soziale Führungsrolle und Formen bürgerlicher Öffentlichkeit in der Natur symbolisch und praktisch ausprägen konnte.
Damit es jedoch nicht nur bei einer theoretischen Beschäftigung mit der Gärtnerei blieb, kaufte man in Braunschweig einen Garten (und spaltete sich dabei in zwei Vereine), gründete eine Gärtnerlehranstalt, betrieb eine Baumschule, organisierte Gartenbauausstellungen. Anders als in Wolfenbüttel, wo der Erwerbsgartenbau dominierte, waren es in Braunschweig Liebhaber und Laien, die sich in den Vereinen und Gesellschaften trafen, um „den Gartenbau in allen seinen Theilen zu befördern und zu vervollkommnen“.
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